
Mein Testpilot Peter Aringer und ich flogen beim Interex 2000 die HVc in allen möglichen und unmöglichen Fluglagen slow, aber lieber speed.
In der Literatur werden der orginalen H Vc sehr gute Flugeigenschaften nachgesagt. Diesen Umstand verdanken die Hortenflugzeuge der glockenförmigen Auftriebsverteilung, welche durch die Schränkung hervorgerufen wird. Hortenflügel, richtig geschränkt, haben ein angenehmes Steuerverhalten und bei richtiger Schwerpunktlage ein harmloses Überziehverhalten. Kommt der Flügel in einen überzogenen Flugzustand, so nickt er nur mit der Nase ab und nimmt wieder Fahrt auf. Zu keinem Zeitpunkt kommt es bei dieser Spezies von Nurflügel zum gefährlichen Strömungsabriß.

Der Bausatz der HVc besteht aus einem CNC gefrästen Rippensatz, diversen Leisten, Brettchen und Kunststoffteilen. Die computergfrästen Holzteile haben eine hervorragende Paßgenauigkeit.
Der Flügel wird auf dem "Rücken" aufgebaut. Die "Füßchen" an den Rippen stellen dabei automatisch die erforderliche Schränkung ein.
Schritt für Schritt erläutert eine Bauanleitung die einzelnen Baustufen. Diese Bauanleitung ist allerdings etwas knapp gehalten. Etwas schwierig gestaltet sich der Bau der mittleren Sektion des Flügels. Eine Ausfräsung am hinteren Teil der Rippen für einen Holm führt immer wieder dazu, das die Rippe an der Stelle bricht.
Äußerst lästig ist, das in der linken Hälfte des Bauplanes die Position der Rippen fehlt, so das man diese sich die Position erst anzeichnen muß. Nach dem Einleimen der Holme und aufbringen der oberen und unteren Beplankung aus 1,5 mm Balsa kann der Flügel verschliffen werden.
Dann erfolgt das Ankleben und verschleifen der Nasenleiste und Randbögen. Die Randbögen habe ich mit 80g/qm Gewebe/Epoxidharz verstärkt. Das ist nicht viel Gewicht, aber schützt vor Beschädigungen. In jeder Bauphase sollte man die Schränkung nicht aus den Augen lassen. Ein etwaiger, stärkerer Verzug der Fläche hätte später böse Folgen. Nach dem Feinschliff kann das Modell bespannt werden. Ich bevorzuge raue Oberflächen und setzte eine Gewebefolie ein. Auch jetzt muß streng darauf geachtet werden, das sich kein Verzug beim Folie- bügeln einschleicht. Besonders bei den Flügelenden und Querruder muß man vorsichtig zu Werke gehen. Schnell ist hier ein "Korkenzieher" erzeugt. Der Hersteller hat zu Prüfzwecken dem Baukasten Schränkungsschablonen beigefügt. Mit dessen Hilfe kann man jederzeit den Schränkungsverlauf prüfen.
Lieber Leser, Sie merken schon, das mir die Schränkung besonders am Herzen liegt. Aber ein Nurflügel lebt, oder überlebt mit der erforderlichen Schränkung und dem exakt eingestellten Schwerpunkt. Aber nur so bekommen Sie ein phantastisch fliegendes Nurflügelmodell. Übrigens ist laut Aussage des Herstellers die Aerodynamik des Modells mit einem Computerprogramm berechnet worden.
Nun zur Anlenkung der Querruder. Durch die Pfeilung des Flügel ist es erforderlich die Querruder mit Kugelköpfen anzulenken, da sich während des Servoweges ein kleiner Versatz einstellt. Ich löte dazu einen Kugelkopf auf ein 1,5 mm Stahldraht der dann im Querruder mit 5-Minuten-Epoxi verklebt wird. (Bild7) Der Einbau der elektrischen Komponenten gestaltet sich problemlos. Ich benutze einen Regler für beide Speed 400 Motoren mit BEC. Der "Lebenssaft" zum Vortrieb sind 7-2000er Zellen von Sanjo.
Der Schwerpunkt!
Den Schwerpunkt prüfe ich mit einer speziellen Methode von Alfons Gabsch. Diese
Methode ist sehr einfach und absolut effektiv. Siehe über den Schwerpunkt auf
dieser Homepage.

Flugerfahrung:
Das Modell wird am besten mit einem Gummiseil abgeschossen. Das hat den Vorteil,
daß das Modell gleich zu Anfang mit der entsprechenden Geschwindigkeit gestartet
wird dabei ist die Lage des "Hochstarthakens" entscheidend. Der Hersteller gibt die
Lage des Hakens direkt in der "Nase" an. Dadurch wird das Modell sehr stark zu Boden
gezogen und man muß beim Start kräftig Höhe ziehen. Ich habe den Haken
ca. 10 cm zurückgesetzt und starte das Modell am Boden liegend mit dem Gummiseil.
Die Ruder stehen dabei neutral, ca. 1 mm auf Höhe. Jetzt steigt das Modell
während des Startes kontrolliert auf ca. 5m Höhe und klinkt aus.
Was dann folgt liegt nur noch am fliegerischen Talent des Piloten. Die
Flugeigenschaften des Modells sind sehr gut. Erfahrungen im Steuern von schnellen
Modellen sollten allerdings vorhanden sein. Auf dem Interex 2000 in Ostrach nahmen wir,
mein Testpilot Peter Aringer und ich, uns die kleine Horten Vc richtig zur Brust.
Rollen, Loopings, Rückenflug, alles ist möglich. Flugzeiten von 13 Minuten
sind in der Konfiguration möglich. Am meisten Spaß macht es das Modell mit
viel Speed, in Normalfluglage, oder im Rückenflug über den Platz zu
scheuchen. Das Publikum in Ostrach war begeistert.




Fazit:
Ein sehr gut fliegendes Modell. Auf Grund der Fluggeschwindigkeit nicht
für Anfänger geeignet. Für den Baukasten gebe ich nur ein "Gut", weil
die Bauanleitung nicht so ausführlich, und der Plan einige Ungereimtheiten hatte.
Alle Bauteile sind CNC-üblich sehr exakt angefertigt.